Zwei Fragen, die durcheinandergeraten
Beim Wiedereinstieg vermischen sich zwei Dinge, die eigentlich getrennt gehören. Die eine Frage lautet: Traue ich mir das nach dieser Zeit noch zu? Die andere: Will ich überhaupt dorthin zurück, wo ich aufgehört habe? Solange beide gleichzeitig im Raum stehen, fühlt sich jede Stellenanzeige gleichzeitig zu gross und zu klein an.
Wir arbeiten sie nacheinander ab. Zuerst die Standortbestimmung: Was ist an Begabungen und Stärken da, heute, nicht vor sieben Jahren. Danach die Richtung: der alte Beruf, eine Variante davon oder etwas Neues.
Die Lücke im Lebenslauf
Sie ist selten das Problem, für das sie gehalten wird. Was Bewerbenden nach einer Familienpause tatsächlich schadet, ist meist nicht die Lücke selbst, sondern die Unsicherheit, mit der sie erklärt wird. Wer belegen kann, welche Stärken vorhanden sind und wohin sie passen, spricht über die Pause als Abschnitt statt als Entschuldigung. Genau dafür ist der schriftliche Bericht nützlich.
Was in der Zwischenzeit entstanden ist
Wir schauen nicht auf den Lebenslauf, sondern auf das, was an Begabungen und Wesensmerkmalen angelegt ist. Manches davon war vor der Pause schon da und ist heute deutlicher. Anderes hat sich in diesen Jahren erst gezeigt. Es kommt regelmässig vor, dass jemand mit der Absicht kommt, in den alten Beruf zurückzukehren, und mit einer Richtung geht, die vorher gar nicht in Betracht kam.
Pensum und Alltag gehören dazu
Eine Empfehlung, die nicht in den Familienalltag passt, nützt niemandem. Betreuungssituation, mögliche Pensen und die Frage, was in welcher Phase realistisch ist, gehören ins Gespräch. Wir sind keine Familienberatung, aber wir tun auch nicht so, als gäbe es diese Randbedingungen nicht.
Für wen diese Beratung ist
Für alle, die nach einer Familienpause zurück in den Beruf möchten. In der Praxis sind das überwiegend Frauen, aber nicht nur, und die Fragen sind in beiden Fällen dieselben.